Was ist ein Deszendent?

Der Deszendent ist ein wichtiger Bestandteil des Horoskops. Er ist das Tierkreiszeichen, das zum Zeitpunkt der Geburt am westlichen Horizont untergeht. Innerhalb des Tierkreises beschreibt er zugleich auch die Spitze des siebten Hauses und gibt Aufschlüsse darüber, wer oder was die ideale Ergänzung für unser Wesen, unsere Persönlichkeit darstellt. Er beschreibt die Begegnung mit anderen Menschen und zeigt auf, welche Fähigkeiten im Kontakt mit anderen fehlen bzw. ihre Ergänzung im Umgang mit anderen Menschen suchen. Er beschreibt die Eigenschaften, die dem Menschen selbst häufig gar nicht bewusst sind und die im Laufe des Lebens erkannt und akzeptiert werden müssen. Er ist somit ein Symbol für die Lernaufgabe eines Menschen sowie die Herausforderungen, die sein Umfeld für ihn spiegelt. Seine ausgiebige Analyse ist ein wichtiger Bestandteil eines Partnerhoroskops. Astrologen nennen ihn deshalb auch liebevoll den „Du-Punkt“. Grafisch betrachtet ist er das Zeichen, das dem Aszendenten gegenüberliegt. Und gemeinsam mit ihm bildet er die Beziehungsachse im Achsenkreuz des Horoskops.

Was hat ein Deszendent mit einem Achsenkreuz zu tun?

Ein Deszendent bildet zusammen mit dem Aszendeten, dem MC (Medium Coeli, was übersetzt: Himmelsmittel bedeutet) und dem IC (Imum Coeli, was übersetzt Himmelstiefe bedeutet) die wichtigsten Eckpfeiler eines Horoskops. Anders formuliert bedeutet das, dass die zwei Hauptachsen innerhalb eines Horoskops durch die Horizontachse Aszendent – Deszendent und die Meridianachse Medium Coeli – Imum Coeli gebildet werden. Somit also befindet sich der Deszendent am westlichen Horizont und ihm gegenüber, am östlichen Horizont liegt der Aszendent. Diese Achse, auch Beziehungsachse genannt, teilt die grafische Darstellung eines Horoskops in eine nördliche und eine südliche Hälfte und dadurch automatisch auch in eine Tag- und eine Nachthälfte. Allein der Blick auf den Deszendenten bzw. auf die Verbindungsachse zwischen ihm und dem Aszendenten ermöglicht dem Horoskopdeuter bereits einen ersten, allerdings sehr oberflächlichen, Einblick in das Wesen des Horoskopeigners.

Tag- oder Nachtgeburt? Die Betrachtung des Deszendenten als Einstieg in die Horoskopdeutung

Taggeburt

Die Erfahrungen der Astrologie besagen, dass ein Mensch, der in der Taghälfte geboren wurde, eher eine extrovertierte Lebensweise anstrebt. Astrologisch betrachtet findet eine Taggeburt zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang statt. Die Neigungen eines Taggeborenen gelten überwiegend sozialen und gesellschaftlichen Themen. Seine Handlungen sind von der Vernunft geprägt und an den Erwartungen seines Umfelds orientiert. Zudem ist sein Sonnen- bzw. Sternzeichen in einem Haus über Verbindungsachse von Aszendent und Deszendent, d. h. im siebten, achten, neunten, zehnten, elften oder zwölften Haus, was wiederum weitere Schlüsse über seine Persönlichkeit zulässt. Der Fokus des Taggeborenen ist überwiegend auf die Zukunft gerichtet, seine zentrale Frage lautet: Wohin gehe ich und wie werde ich dorthin gelangen?

Nachtgeburt

Bei der Nachtgeburt hat die Sonne ihre Stellung in einem Haus unter der Beziehungsachse, also der Achse, die von Aszendent und Deszendent gebildet wird. In der Astrologie heißen diese Häuser erstes Haus, zweites Haus, drittes Haus, viertes Haus, fünftes Haus und sechstes Haus. Ein nachtgeborener Mensch ist laut den Erkenntnissen der Astrologie überwiegend introvertiert. Er hat eine gute Verbindung zu seinem Seelenleben. Seine Handlungen sind eher intuitiv und seine Interessen gelten weniger dem Leben, das um ihn herumgeführt wird, sondern mehr seinem eigenen Ich sowie der Entwicklung seiner Identität. Seine zentrale Frage ist: Wer bin ich und woher komme ich?